Viel zu zeitig verlässt mich mein geliebter Schlaf. Gedanken blitzen auf, versinken und spielen "Moorhuhn" mit meiner Aufmerksamkeit, nicht fassbar, unruhig, ziellos. Da die Hoffnung auf einen kleinen Rest Ruhe verflogen ist, stehe ich auf. Gewohnte Bahnen führen mich in die Küche, zu einem Kaffee, zu meinem Stuhl, zu meinem Platz. Die gewohnten Wege beruhigen, das Herz klopft langsamer, wenn auch mit starker Wucht. Schön so ein Herzschlag, ein Klopfen, ein Zeichen, ein Rhythmus, Leben. Diese kleine Stadt schläft noch. Der Winterschlaf scheint nicht aufzuhören.
Ich versuche mich an den Winter vor einem Jahr zu erinnern. Nicht zu vergleichen: "dieses Leben jetzt" mit dem "Januarleben" davor. Der Kalender, der mir eine Stütze in der Erinnerung sein könnte, hilft mir nicht weiter. Diese Änderung lässt sich nicht wirklich an Erlebnissen ablesen. Entscheidungen. Veränderung. Reise. Reife.
Erfüllung scheint bei anhaltendem Erleben zur Begrenzung zu mutieren. So lange schon motiviert mich meine Unzufriedenheit zum Handeln, führt mich zu einem Zustand der Freude, der Erfüllung. Nur, dieser Augenblick des Glücks verfliegt, schneller und schneller. Die Intensität der Bewegung, des Handelns, ist zur 'Sucht' geworden. Nicht das Glück ist das Ziel, ist nur ein Trick, mich in Bewegung zu bringen. Die Veränderung, die aufwirbelnden Emotionen, die Intensität des Lebens wird zum Rausch. Tanzen. Tanzen und Alles verlieren. Verlieren oder Abwerfen? Abwerfen bevor es Zeit ist? Loslassen?
Das Jahr geht zu Ende. Das Rauschen der Bewegung weht als Erinnerung über meiner Haut.
Morgens schau ich suchend aus dem Fenster, hoffend auf Schnee; rein wie ein leeres Blatt Papier.
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