Dienstag, 11. Dezember 2007

Das Jahr geht zu Ende

Viel zu zeitig verlässt mich mein geliebter Schlaf. Gedanken blitzen auf, versinken und spielen "Moorhuhn" mit meiner Aufmerksamkeit, nicht fassbar, unruhig, ziellos. Da die Hoffnung auf einen kleinen Rest Ruhe verflogen ist, stehe ich auf. Gewohnte Bahnen führen mich in die Küche, zu einem Kaffee, zu meinem Stuhl, zu meinem Platz. Die gewohnten Wege beruhigen, das Herz klopft langsamer, wenn auch mit starker Wucht. Schön so ein Herzschlag, ein Klopfen, ein Zeichen, ein Rhythmus, Leben. Diese kleine Stadt schläft noch. Der Winterschlaf scheint nicht aufzuhören.


Ich versuche mich an den Winter vor einem Jahr zu erinnern. Nicht zu vergleichen: "dieses Leben jetzt" mit dem "Januarleben" davor. Der Kalender, der mir eine Stütze in der Erinnerung sein könnte, hilft mir nicht weiter. Diese Änderung lässt sich nicht wirklich an Erlebnissen ablesen. Entscheidungen. Veränderung. Reise. Reife.


Erfüllung scheint bei anhaltendem Erleben zur Begrenzung zu mutieren. So lange schon motiviert mich meine Unzufriedenheit zum Handeln, führt mich zu einem Zustand der Freude, der Erfüllung. Nur, dieser Augenblick des Glücks verfliegt, schneller und schneller. Die Intensität der Bewegung, des Handelns, ist zur 'Sucht' geworden. Nicht das Glück ist das Ziel, ist nur ein Trick, mich in Bewegung zu bringen. Die Veränderung, die aufwirbelnden Emotionen, die Intensität des Lebens wird zum Rausch. Tanzen. Tanzen und Alles verlieren. Verlieren oder Abwerfen? Abwerfen bevor es Zeit ist? Loslassen?


Das Jahr geht zu Ende. Das Rauschen der Bewegung weht als Erinnerung über meiner Haut.
Morgens schau ich suchend aus dem Fenster, hoffend auf Schnee; rein wie ein leeres Blatt Papier.

Samstag, 8. Dezember 2007

Licht aus Aktion

Heute fand ich beim surfen den folgenden Hinweis auf eine Aktion, die jeder mitmachen kann. DIE 'DOKUMENTA' für alle:

"Bei Klima-Aktion soll Licht im ganzen Land ausgehen

(AFP - Freitag, 7. Dezember, 19:26 Uhr - YAHOO Newsseite)

Berlin (AFP) - Zum weltweiten Klima-Aktionstag sollen heute Abend in Deutschland überall die Lichter ausgehen. Bei der Aktion "Licht aus! Für unser Klima" soll es von 20.00 bis 20.05 Uhr im ganzen Land dunkel werden. Zu der Aktion hat ein Bündnis von Umweltschützern und Medien aufgerufen. Mitmachen sollen Privatleute, öffentliche Einrichtungen, Kommunen und Wirtschaftsunternehmen. Geplant ist unter anderem, dass die Fassadenbeleuchtungen weltberühmter Bauwerke wie
Kölner Dom und Brandenburger Tor während der fünf Minuten abgeschaltet werden.
Aus Anlass des Klima-Aktionstages sollen außerdem am Nachmittag in Berlin und an der Baustelle des Braunkohlekraftwerks Neurath bei Düsseldorf Demonstrationen stattfinden."

Ich finde es toll, dass wir einfach das Licht ausmachen, uns mit ein paar Kerzen zusammen kuscheln können anstatt nur über ständig steigende Strompreise verbittert zu sein. 5 Minuten, damit es auch in Zukunft noch Licht geben kann. Diese 5 Minuten könnte man eigentlich auch nutzen, um ein wenig zu meditieren oder nur so rumsitzen und Nichts-Tun. Och wie schön diese Vorstellung jeden Tag 5 Minuten ohne Hektik und Medien-Krach die Stille genießen ...

Sonntag, 2. Dezember 2007

Kunst, Künstler und Interviews: Kate Nash

Es scheint Stars und Künstler zu geben: Kate Nash


























Kate Nash::MySpace

Vorratsdatenspeicherung oder wie frei ist frei?

Das Leben der Anderen wird wohl unser Leben...

So ganz nebenbei werden Sachen von Leuten beschlossen, die viel Geld
ausgeben, damit Immunität gewahrt bleibt ...oder so.
So laut klingen die Preiserhöhungen, Bankenkrisen, Inflationsgefahren
etc ..., dass so einfache Dinge wie Wahrung der Privatsphäre ganz
überhört werden. Vielleicht gibt es so was ja eh nicht im virtuellen
Informationszeitalter, aber dass demnächst jeder Anruf mit einem
"Klicken" begonnen wird wie zur Zeit meines Ausreiseantrages in
Dresden ist schon bedenkenswert. Sollte das alte rote Plakat an einer
grauen Wand in Dresden mit dem sinnigen Spruch "Wir werden den
Kapitalismus überholen ohne ihn einzuholen!" doch noch wahr werden?

• Zur Info über den Stand der Dinge zwei Links:

http://www.vorratsdatenspeicherung.de

http://de.wikipedia.org/wiki/Vorratsdatenspeicherung

• Und ein paar Tage Zeit um sich zu beschweren oder erleichtern, zum
Handeln mit einer Sammel-Verfassungsbeschwerde gegen
Vorratsdatenspeicherung gibt es hier:

https://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/51/70/


;))
Als Sachse fällt mir natürlich direkt etwas ein, wie ich den neuen
Service der Vorratsspeicherung nutzen kann: Einfach einen
Erinnerungsdienst ins Leben rufen, der aus den mitgeschnittenen
Telefonaten die persönlichen Daten: Geburtstage und Adressen
herausfiltert, die abgesprochenen Termine speichert und an so
hilfsleistungswürdige Vorhaben wie Wohnungsumzüge erinnert. Den
Service könnte man dann buchen und würde bestens Freundschaften
pflegen, weil nie wieder ein Termin oder Ereignis vergessen würde...

...oder einen Mitgeburtstagsfeierservice für Single ins Leben rufen...

Montag, 5. November 2007

Meditation: Handlung und Spuren V

Das Bild ist fertig. Eigentlich nicht fertig, ich habe jetzt nur erst
mal aufgehört zu schreiben-malen. Jetzt liegt diese große Fläche im
Atelier und ich werde ab und an weiter daran arbeiten. Meine Idee
konnte ich umsetzten, jetzt schau ich mir die Arbeit an und habe die
Möglichkeit zu spüren, wie sich eine "Idee" anfühlt, wenn sie
herausgearbeitet wurde. Irgendwann entscheide ich mich diese Arbeit
zu fixieren und eine neue Idee zu entwickeln. Diese Bewegungen mag
ich. Lebendig.

Samstag, 3. November 2007

Meditation: Handlung und Spuren IV

Nachdem die Fläche soweit fertig ist, beginnt die anstrengende und
meditative Arbeit. Eigentlich ganz einfach. Ich suche mir einen
richtigen Platz auf oder direkt neben dem Bild, suche mir ein
passendes Wort z.B. "warten", "sehnen" und "träumen" und schreibe
dieses Wort soweit der Arm, von dem Platz aus, reicht. Als Kind geht
so ein Malen am Meer wunderbar...
...aber so als erwachsener Mann ist es schon bewegend zig tausend mal
"träumen" zu schreiben. TRÄUMEN, wovon träumen, was war mein Traum
vor dem Erwachsen-sein, was ist mein Traum jetzt, was ist ein Traum
und hat Träumen Platz im Alltag? Irgendwann hören die Gedanken auf zu
denken, zu fragen, zu arbeiten und es wird die Linie des
geschriebenen Wortes wichtig. Manchmal beneide ich "Kulturen", die
nicht solche Buchstaben haben (ABC...) sondern Bilder, interessante
Zeichen, wie Chinesisch. So wunderschöne Zeichen lassen sich bestimmt
doch mit viel mehr innerer Berührung schreiben/zeichnen. (Wie wohl
eine Mahnung vom Finanzamt oder ein Knöllchen mit solchen Bildern
ausschaut?)
Aber die Linie wird beim Schreiben wichtiger als der eigentliche Sinn
des Wortes... Die Gegenstände, die ich auf das Bild stelle, sind als
Hindernisse wichtig. Dort ändert sich die Schrift, die Linie, Kontakt
ändert den Ausdruck. Ich mag diesen Prozess, wenn sich eine Fläche
füllt mit einzelnen kleinen Wörtern, Linien, Episoden. Ein Muster
wird gewebt. Irgendwann ähneln die geschriebenen Wort-Linien-Flächen
einen vergrösserten Fingerabdruck. Rhythmus.

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Meditation: Handlung und Spuren III

Diese große Fläche mit den leuchtenden Farben sieht kräftig aus.
Jedoch für die Wirkung, die ich gerne erzielen möchte, wirken diese
Farben zu direkt. Deshalb verwende ich Grundierung, die ich
mit einem Schwamm auf der Leinwand verteile, einreibe. Wolkig und
ungleichmäßig, damit die Farbe tiefer und unfassbarer erscheint.
Kreisförmige, kleine Flächen werden durch Spachtelmasse zu kleinen
Erhebungen. Diese sind später beim "Worte schreiben" meine
"Hinternisse".
Und wieder ein Tag Pause, damit die Farbe antrocknen kann.

Montag, 22. Oktober 2007

Meditation: Handlung und Spuren II

Die zweite Schicht. Die Farbe ist noch nicht getrocknet, nur
oberflächig ein wenig angezogen.
Die hellere Farbe lässt sich gut spachteln. Die Farben vermischen
sich teilweise und die Fläche wirkt jetzt schon wieder "tiefer" und
"leuchtender". Würde am liebsten diese Farbflächen einfach so
lassen... Ein Risiko, diese Furcht, dass das Bild schlechter wird,
weil ich noch was dazu "mache", besucht mich wieder. Aber ohne das
"Weiter" kann ich nichts "Neues" (für mich) entdecken.
Wieder eine Pause, damit die Farbe ein wenig trocknen kann...

Meditation: Handlung und Spuren

Eine neue Arbeit. Für ein 3x2m großes Bild ist das Konzept fertig.
Eigentlich ist das Bild schon fertig ;) , im Kopf und auf
Skizzenblättern realisiert. Das Wetter wird herbstlich, Nebel,
Nieselregen, Kalt, Grau........... ein idealer Tag zum Arbeiten.
Gestern war es noch anders, das Wetter. Eine klare Luft, tiefstehende
Sonne und Herbstfarben mit starkem Schattenwurf.
Das Bild werde ich auf Leinwand "zeichnen". 6 1x1m große Flächen
zusammengefügt...
So eine Fläche finde ich sehr anregend. In diese Fläche "gehe" ich gern.
Die Leinwände sind schon fertig grundiert. Direkt mit Ölfarbe lege ich den farbigen Grund an... Die Farbe möchte ich dabei auch als Masse spüren, d.h. nicht nur sehen sondern auch berühren, anfassen, verteilen können. Die Spuren der Spachtel sind zu sehen. Schon "lebt" das Bild. 
Eine kleine Pause zum antrocknen der Farbe ist nötig, der Raum riecht intensiv nach Öl.